Wasseransprüche und Wasserpflege

In der Literatur ist meist der Hinweis zu finden, dass Guppys härteres und leicht alkalisches Wasser bevorzugten - grundsätzlich ist dies richtig, aber wenn ein Stamm über Generationen hinweg in weichem Wasser aufgezogen worden ist, dann zeigt dies, dass es auch anders geht! Problematischer erscheint es mir, Guppys in saurem Wasser zu halten. Trotzdem, ideal ist mittelhartes Wasser mit einem pH-Wert etwas über 7 und eine Temperatur von ca. 25 Grad.
Gerade Hochzuchtguppys reagieren empfindlich, wenn der Nitratwert zu hoch ist - während andere Fische noch gemütlich ihre Runden drehen, können Guppys bereits deutliche Symptome von Unwohlsein zeigen, vor allem Flossenklemmen und Schaukeln.

Erklärung zum (vereinfacht dargestellten) Schaubild: Durch Ausscheidungsprodukte und andere organische Abfallstoffe:entsteht im Becken zunächst Ammonium (bei einem ph-Wert über 7 auch das fischgiftige Ammoniak), welches von Bakterien in Nitrit (extrem fischgiftig) und in einem weiteren Schritt in Nitrat umgewandelt wird.
In einem neu eingerichteten Becken fehlen diese Bakterien, daher sollte ein solches zunächst komplett eingerichtet werden, allerdings ohne Fische, und 6 Wochen laufen - in dieser Zeit bilden sich die notwendigen Bakterien. Während der letzten zwei Wochen sollte auch hin und wieder eine Prise Fischfutter als Bakteriennahrung zugegeben werden!

Dass auch in einem eingefahrenen Aquarium regelmäßige Wasserwechsel durchgeführt werden müssen, versteht sich von selbst, in Aufzuchtbecken sollte das Wasser sogar täglich gewechselt und Futterreste vom Bodengrund abgesaut werden. Einen wöchentlichen Teilwasserwechsel von 30 bis 50% empfehle ich für kleinere Becken bis ca. 60 Liter, bei größeren Becken reicht ein wöchentlicher Wechsel von ca. einem Drittel des Beckeninhalts - vorausgesetzt, die Aquarien sind nicht überbesetzt und die Fische werden nicht übermäßig