Salinenkrebse ( Artmia salina L. und andere)
Die Artemia-Arten zählen wie die Kiemenfüße, denen sie ähneln, zu den
schalenlosen Krebsen. Sie sind über die ganze Erde verbreitet. Die bekanntesten
Vorkomme, die zugleich auch wirtschaftliche Bedeutung haben, befinden sich in
der USA, so z.B. im Großen Salzsee im Staate Utah oder in Kalifornien. Die
Artzugehörigkeit der verschiedenen Artemien ist oft schwierig festzustellen, da
Größe und Farbe je nach Salzkonzentration wechseln können. Die Fortpflanzung
dürfte in einem ähnlichen Zyklus verlaufen, wie wir ihn von anderen Schalenlosen
kennen. Die bräunlichen Dauereier werden in großen Massen gewonnen und nach
gründlicher Säuberung in den Handel gebracht. Sie sind bei sachgemäßer Lagerung
jahrelang haltbar, können innerhalb weniger Stunden zum Schlüpfen gebracht
werden und stellen somit eine jederzeit verfügbare, keimfreie und hochwertige
Lebendfutterreserve für Jungbruten und kleine Fischarten dar. Allerdings kann
die Qualität, d.h. die Schlupffähigkeit, der Dauereier sehr unterschiedlich
sein.
Die Eier werden als feinkörniges braunes Pulver im Handel angeboten. Ihre
Erbrütung erfolgt in einer Kochsalzlösung von etwa 10g Kochsalz (jodfrei) je
Liter Wasser. Die beste Temperatur liegt bei 23-25°C. Die Larven schlüpfen nach
ungefähr 24-48 Stunden aus den Eiern.
Zum Erbrüten kann man verschiedenen Verfahren anwenden. Das
einfachste, zugleich aber auch ergiebigste besteht darin, das man in eine flache
Schale die entsprechende Menge Salzlösung einfüllt und eine kleine Portion Eier
auf die Oberfläche streut, am besten in einem Futterring. Durchlüftung wird
nicht angewandt. Dieses Verfahren liefert nur geringe Mengen von Nauplien und
ist daher nur für kleinsten Bedarf zu empfehlen.
Vorteilhafter ist dann schon die Erbrütung in Einmachgläsern unter Anwendung
einer starken Durchlüftung, durch die die Eier kräftig durcheinander gewirbelt
werden. Stellt man die Durchlüftung, nach rund 30 Stunden ab, so sammeln sich
die leeren Eihüllen meist an der Oberfläche, währende die geschlüpften Larven,
die rötlich gefärbt sind, sich in der nähe des Bodens aufhalten. Sie können dann
leicht mittels eines dünnen Schlauches über ein feinmaschiges Sieb abgezogen
werden. Allerdings hat dieses Verfahren den Nachteil, das die Salzlösung rasch
verdunstet und verspritzt.
Am günstigsten ist die sogenannte Flaschenkultur. Hierzu kann jede
glasklar-durchsichtige Wein oder Colaflasche verwendet werden. Man füllt sie
etwa zur reichlichen Hälfte mit der Salzlösung und drückt einen zweifach
durchbohrten Gummistopfen obenauf, durch den Luftzu- und -ableitung
hindurchgeführt sind. Die Luftzuleitung, die bis zum Boden der Flasche führt,
wird an die Luftpumpe angeschlossen. Der Luftstrom soll so stark sein, das die
Eier kräftig durcheinander gewirbelt werden. Nicht selten wird empfohlen, die
aus der Flasche ausströmende Abluft dann noch zur Belüftung eines Aquariums oder
zum Betrieb eines Filters zu verwenden. Ein solches Verfahren ist nicht ganz
unbedenklich, vor allem dann nicht, wenn mehrere Flaschen zu einer Batterie
zusammengeschlossen sind. Die dann ausströmende Luft ist sauerstoffarm und reich
an Kohlensäure.
Die erste Entnahme von Nauplien kann etwa nach ca. 36 Stunden
erfolgen. Hierzu stellt man die Luftzufuhr ab. Wenn sich nach ungefähr 4-5
Minuten die rötlichen Larven in Bodennähe gesammelt haben, wird durch das kurze,
bisher der Luftabteilung dienende Rohr Luft in die Flasche geblasen. Diese
drückt die Flüssigkeit samt Larven durch das lange, bis zum Boden reichende Rohr
aus der Flasche heraus. Wenn man den Strahl über ein feinmaschiges Sieb (
Artemia Sieb) leitet, kann man ( nach Durchspülen unter der Wasserleitung) die
Nauplien bequem verfüttern. Das Salzwasser wird wieder in die Flasche zurück
gegossen, die Flasche verschlossen und nochmals 12 Stunden durchlüftet stehen
gelassen. Dann dürften die meisten Nauplien geschlüpft sein, doch kann man auch
noch einen dritten Versuch unternehmen. Es muss dann ein Neuansatz erfolgen;
hierzu ist jedesmal frische Salzlösung zu verwenden.
Die Artmialarven halten sich im Süßwasser ungefähr 6 Stunden lebend. Man bringe
also nicht so zuviel ins Aquarium. Da die Larven relativ groß sind, können sie
nicht von allen den Jungfischen aller Art gefressen werden, sondern erst nach
Ablauf von meist 6 Tagen. Die Jungfische von Cichliden, Lebendgebärenden und in
der Regel auch Eierlegenden Zahnkarpfen fressen sie vom ersten Tage des
Freischwimmens ab.
